Wiederkehrende Incidents, lange Wartezeiten und häufige Eskalationen sind selten nur ein Toolproblem. Meist fehlen klare Wertströme, belastbare Ursachenanalysen, zugängliches Wissen und eine kontinuierliche Verbesserung. ITIL® 5 verbindet Incident Management, Problem Management, Service Desk, Monitoring und Governance zu einem durchgängigen Ansatz für stabilere digitale Services.
Ausgangssituation & Zielbild
Störungen mit ITIL 5 reduzieren beschreibt die systematische Verkürzung von Wiederherstellungszeiten und die nachhaltige Vermeidung wiederkehrender Fehler.
Incident Management stellt den normalen Service möglichst schnell wieder her. Problem Management untersucht tatsächliche und potenzielle Ursachen, dokumentiert bekannte Fehler und entwickelt dauerhafte Lösungen. Beide Praktiken müssen verbunden werden: Eine schnelle Umgehungslösung beendet zunächst den Incident, beseitigt aber noch nicht seine Ursache.
Kürzere Bearbeitungszeiten entstehen durch einen optimierten Ende-zu-Ende-Wertstrom. Weniger wiederkehrende Störungen entstehen durch systematische Ursachenanalyse und nachhaltige Verbesserungen.
Anforderungen & Entscheidungskriterien
Vor der Implementierung sollten Organisationen Ticketdaten, Prozessschritte und Übergaben auswerten. Wichtige Kriterien sind:
- Erstlösungsquote, Wiederholungsrate und mittlere Wiederherstellungszeit
- Wartezeiten zwischen Service Desk, Fachteam und externen Lieferanten
- Qualität von Kategorisierung, Priorisierung und Eskalation
- Verfügbarkeit von Diagnosedaten, Runbooks und Known Errors
- Auswirkungen auf Nutzer:innen, Geschäftsprozesse und Service Levels
- Security, Datenschutz, Auditierbarkeit und Verantwortlichkeiten
Prioritäten sollten nach Serviceauswirkung und Dringlichkeit vergeben werden, nicht nach Lautstärke einzelner Stakeholder.
Mögliche Zielarchitektur
Ein wirksamer Support-Wertstrom verbindet Erkennung, Wiederherstellung, Ursachenbeseitigung und Lernen:
[Monitoring / Nutzer]
|
[Service Desk & Triage]
|
[Incident-Wiederherstellung]
|
[Problem-Kandidat erkennen]
|
[Ursachenanalyse / Known Error]
|
[Change, Automatisierung, Wissen]
|
[Messung & Continual Improvement]
Monitoring- und Event-Daten sollten automatisch mit Incidents verknüpft werden. Wiederholungsmuster erzeugen Problem-Kandidaten. Bekannte Lösungen fließen in Wissensartikel, Self-Service und Automatisierung zurück.
Technologie-Stack & Alternativen
| Baustein | Geeignete Umsetzung | Abwägung |
| ITSM-Plattform |
Incident-, Problem-, Knowledge- und SLA-Workflows |
Ein umfangreiches Tool ersetzt keine klaren Verantwortlichkeiten |
| Observability |
Metriken, Logs, Traces und Event-Korrelation |
Zu viele unqualifizierte Alarme verlängern die Triage |
| Wissensmanagement |
Known-Error-Datenbank, Runbooks, Lösungsartikel |
Inhalte benötigen Owner und regelmäßige Reviews |
| Automatisierung |
Routing, Standarddiagnosen, Self-Healing |
Automatisierung nur für verstandene und kontrollierbare Abläufe |
Schulungen & Weiterbildungsempfehlungen
Wenn Sie dieses Szenario in der Praxis gezielt umsetzen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere Trainings bei www.IT-Schulungen.com. Wir bieten sowohl offene Schulungen in unseren Schulungszentren oder online als auch maßgeschneiderte Firmenseminare mit individuell abgestimmten Inhalten und Terminen. Ausgewählte Seminare zu diesem Thema sind u. a.:
- ITIL® Foundation (Version 5) – 2 Tage: Vermittelt die Schlüsselkonzepte des digitalen Produkt- und Service-Managements, die vier Dimensionen, den Product and Service Lifecycle, das ITIL Value System, Leitprinzipien, Value Stream Mapping und Continual Improvement. Das Training eignet sich für Service Desk, Support, Service Management, Führungskräfte und Einsteiger:innen.
- ITIL® Foundation (Version 5) Bridge – 1 Tag: Aktualisiert vorhandenes ITIL®-4-Wissen kompakt auf Version 5. Behandelt werden unter anderem Product and Service Management, der erweiterte Lifecycle, Value Co-Creation, Experience Management, KI-Governance und Value Stream Mapping. Voraussetzung ist ein gültiges ITIL®-4-Zertifikat.
Nutzen und Herausforderungen
Der Ansatz reduziert Ausfallzeiten, Mehrfachbearbeitung und Eskalationen. Wissen wird wiederverwendbar, Supportteams werden entlastet und technische Verbesserungen lassen sich am Servicewert priorisieren.
Herausforderungen sind schlechte Datenqualität, unklare Problem-Owner und konkurrierende Prioritäten. Problem Management darf nicht zum Ablageort für ungelöste Tickets werden. Ursachenbeseitigung benötigt Kapazität in Produkt-, Plattform- und Entwicklungsteams.
Best Practices
Starten Sie mit wenigen, geschäftlich relevanten Störungsmustern. Trennen Sie Wiederherstellung und Ursachenbeseitigung organisatorisch, aber verbinden Sie deren Datenflüsse. Definieren Sie Eskalationsregeln, Swarming für komplexe Incidents sowie Owner für Probleme und Wissensartikel.
Messen Sie neben Bearbeitungszeit auch Wiederholungsrate, Wartezeit, Erstlösungsquote und Nutzerwirkung. Automatisieren Sie erst nach einer stabilen Ursachenanalyse. Nutzen Sie Continual Improvement als festen Zyklus aus Ausgangslage, Ziel, Maßnahmen, Messung und Anpassung.
Störungen mit ITIL 5 zu reduzieren bedeutet, Incident-Bearbeitung, Problem Management, Wissen, Monitoring und Verbesserung als gemeinsamen Wertstrom zu gestalten. Die konkrete Ausprägung hängt von Services, Organisation und Toollandschaft ab. www.IT-Schulungen.com unterstützt Teams mit praxisnaher Weiterbildung und anpassbaren Firmenseminaren.
ITIL®-5-GRUNDLAGEN UND KOMPETENZAUFBAU
Welche Grundlagen-Weiterbildung ist hilfreich beim Einsatz von ITIL® 5?
Eine geeignete ITIL®-5-Grundlagenweiterbildung vermittelt nicht nur Definitionen und Prüfungswissen. Sie schafft ein gemeinsames Verständnis dafür, wie digitale Produkte und Services über ihren gesamten Lebenszyklus geplant, bereitgestellt, unterstützt und kontinuierlich verbessert werden. Welche Schulung am besten passt, hängt vor allem davon ab, ob Teilnehmende neu in ITIL® einsteigen oder bereits über eine gültige ITIL®-4-Zertifizierung verfügen.
Die zentrale Empfehlung: Für Einsteiger:innen und Mitarbeitende ohne aktuelle ITIL®-Zertifizierung ist die ITIL® Foundation (Version 5) der geeignete Grundlagenkurs. Wer bereits ein gültiges ITIL®-4-Zertifikat besitzt, kann mit der eintägigen ITIL® Foundation (Version 5) Bridge gezielt die Neuerungen kennenlernen. Beide Lernwege sollten anschließend mit einem konkreten Verbesserungsfall aus dem eigenen Service-, Produkt- oder Supportumfeld verbunden werden.
Welches Grundlagenwissen benötigen ITIL®-5-Anwender:innen?
ITIL® (Version 5) betrachtet digitale Produkte und Services ganzheitlich. Deshalb reicht es nicht aus, einzelne Prozesse wie Incident Management, Change Enablement oder Service Level Management isoliert zu kennen. Teilnehmende sollten verstehen, wie Wert entsteht, wie verschiedene Aktivitäten zusammenwirken und wie Entscheidungen aus Sicht von Kund:innen, Nutzer:innen, Organisation und beteiligten Teams bewertet werden.
Produkt- und Serviceverständnis
Digitale Produkte, Services, Servicebeziehungen, Stakeholder, gemeinsame Wertschöpfung sowie Outputs und Outcomes unterscheiden.
Ganzheitliche Steuerung
Organisation und Menschen, Informationen und Technologie, Partner und Lieferanten sowie Wertströme und Prozesse gemeinsam betrachten.
Wertströme und Lebenszyklus
Aktivitäten von der Bedarfsermittlung und Gestaltung bis zu Betrieb, Support, Lieferung und Verbesserung als zusammenhängenden Ende-zu-Ende-Fluss verstehen.
Kontinuierliche Verbesserung
Ausgangslage, Zielzustand, Maßnahmen, Messgrößen und Lernergebnisse in einen wiederholbaren Verbesserungszyklus überführen.
Zwei Schulungen für den ITIL®-5-Grundlagenpfad
Wenn Sie dieses Szenario in der Praxis gezielt umsetzen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere Trainings bei www.IT-Schulungen.com. Wir bieten sowohl offene Schulungen in unseren Schulungszentren oder online als auch maßgeschneiderte Firmenseminare mit individuell abgestimmten Inhalten und Terminen. Ausgewählte Seminare zu diesem Thema sind u. a.:
Vollständiger Einstieg 2 Tage
Diese Schulung vermittelt das grundlegende Modell von ITIL® (Version 5) systematisch und bereitet auf die Zertifizierungsprüfung vor. Die Teilnehmenden lernen, wie digitale Produkte und Services gemeinsam Wert schaffen und wie ITIL® als anpassbares Managementframework in unterschiedlichen Organisationen eingesetzt werden kann.
Zentrale Themen:
- Grundlagen des digitalen Produkt- und Service-Managements
- Produkte, Services, Stakeholder und Servicebeziehungen
- Value Co-Creation, Outputs, Outcomes, Kosten und Risiken
- Die vier Dimensionen des Service Managements
- ITIL® Product and Service Lifecycle mit acht Aktivitäten
- ITIL® Value System und seine Komponenten
- Die sieben ITIL®-Leitprinzipien
- Management Practices und Practice Guides
- Continual Improvement Model
- Value Stream Mapping und Value Stream Management
- KI im Service Management und AI Capability Model
- Zusammenspiel mit DevOps und PRINCE2®
- Prüfungsnahe Fragen und Prüfungsvorbereitung
Besonders hilfreich für: ITIL®-Einsteiger:innen, Service-Desk- und Supportmitarbeitende, Service Manager, Process Owner, IT-Berater:innen, Projektleitungen, Führungskräfte, DevOps- und Agile-Praktiker:innen sowie Personen an Business-IT-Schnittstellen.
Voraussetzung: Ein grundlegendes Interesse an IT-Services und Service Management ist hilfreich. Eine bestehende ITIL®-Zertifizierung wird nicht benötigt.
Update für ITIL® 4 1 Tag
Der Bridge-Kurs aktualisiert vorhandenes ITIL®-4-Wissen kompakt auf ITIL® (Version 5). Bekannte Grundlagen werden nicht vollständig wiederholt. Der Schwerpunkt liegt auf den Erweiterungen rund um digitales Produkt- und Service-Management, Experience Management, den erweiterten Lebenszyklus und den Einsatz von KI.
Zentrale Themen:
- Überblick über die Neuerungen in ITIL® (Version 5)
- Erweiterung vom Service Management zum Product and Service Management
- Product and Service Lifecycle mit acht Aktivitäten
- Digitale Produkte und digitale Erfahrungen
- Erweitertes Konzept der Value Co-Creation
- Experience Management
- Nachhaltigkeit als erweitertes Themenfeld
- KI im Service Management
- AI Governance und AI Capability Model
- Integration mit DevOps und PRINCE2®
- Value Stream Mapping
- Kompakte Prüfungsvorbereitung
Besonders hilfreich für: ITIL®-4-zertifizierte Service Manager, Process Owner, IT-Leitungen, Berater:innen, Supportverantwortliche und Organisationen, die bestehendes ITIL®-Wissen effizient aktualisieren möchten.
Voraussetzung: Erforderlich ist ein gültiges ITIL®-4-Zertifikat. Der Bridge-Kurs ist kein Ersatz für einen vollständigen Grundlagenkurs bei fehlenden ITIL®-Vorkenntnissen.
Welche ITIL®-5-Schulung passt zu welcher Ausgangslage?
| Ausgangslage | Empfohlene Weiterbildung | Erwarteter Nutzen |
| Noch keine ITIL®-Kenntnisse oder Zertifizierung |
ITIL® Foundation (Version 5) |
Vollständiges Grundlagenverständnis und einheitliche Terminologie für Produkt- und Service-Management |
| Praktische ITSM-Erfahrung, aber keine gültige ITIL®-4-Zertifizierung |
ITIL® Foundation (Version 5) |
Strukturierung vorhandener Praxiserfahrung anhand des aktuellen ITIL®-Modells |
| Gültige ITIL®-4-Foundation-Zertifizierung |
ITIL® Foundation (Version 5) Bridge |
Zeiteffizientes Update auf neue Konzepte, Begriffe und Lebenszyklusmodelle |
| Bestehendes ITIL®-4-Team soll gemeinsam auf Version 5 umgestellt werden |
Bridge-Kurs als gemeinsames Teamtraining |
Gemeinsames Verständnis der Neuerungen und abgestimmte Übertragung auf bestehende Prozesse |
| Service Desk und Support sollen gemeinsame Grundlagen aufbauen |
ITIL® Foundation (Version 5) |
Besseres Verständnis von Wertströmen, Zusammenarbeit, Nutzererfahrung und kontinuierlicher Verbesserung |
| Führungskräfte benötigen einen aktuellen Überblick |
Foundation oder Bridge abhängig vom Zertifikatsstand |
Fundiertere Entscheidungen zu Governance, Wertschöpfung, Prioritäten und Verbesserungsinitiativen |
| ITIL® soll mit DevOps, Agile oder Produktmanagement verbunden werden |
Foundation mit anschließendem Transferworkshop |
Gemeinsames Verständnis von Wertströmen, Feedback, Lebenszyklus und kollaborativer Leistungserbringung |
Welche Grundlagen-Weiterbildung liefert den größten Nutzen?
Der Nutzen hängt weniger von der kürzesten Kursdauer als vom vorhandenen Wissensstand ab. Ein zu kompakter Einstieg kann Begriffe vermitteln, ohne ein belastbares Gesamtverständnis zu schaffen. Umgekehrt ist eine vollständige Wiederholung nicht wirtschaftlich, wenn aktuelles ITIL®-4-Wissen bereits vorhanden ist.
Vollständiger Neueinstieg
Die ITIL® Foundation (Version 5) bietet den größten Nutzen, wenn Terminologie, Value System, Lebenszyklus, Leitprinzipien und Verbesserungsmodell erstmals systematisch erarbeitet werden.
Vorhandene ITIL®-4-Kompetenz
Die ITIL® Foundation Bridge bietet den höheren direkten Nutzen, wenn die bekannten ITIL®-4-Grundlagen nicht erneut vollständig behandelt werden müssen.
Organisationsweite Einführung
Ein gemeinsames Foundation-Training ist besonders wirksam, wenn Support, Entwicklung, Produktmanagement und Betrieb bislang unterschiedliche Begriffe und Zielbilder verwenden.
Bestehende ITIL®-Organisation
Ein Bridge-Teamtraining mit anschließendem Prozessreview ist besonders hilfreich, wenn vorhandene ITIL®-4-Strukturen gezielt weiterentwickelt werden sollen.
Empfohlener Lernpfad für den Einsatz von ITIL® 5
Eine Grundlagenzertifizierung allein verändert noch keine Abläufe. Der Kompetenzaufbau sollte deshalb in drei Stufen erfolgen: gemeinsames Verständnis, Übertragung auf einen realen Wertstrom und kontinuierliche Anwendung im Arbeitsalltag.
1
Grundlagen aufbauen
Je nach Vorwissen absolvieren die Teilnehmenden die vollständige ITIL® Foundation oder den kompakten Bridge-Kurs. Ziel ist eine gemeinsame aktuelle Terminologie.
2
Wertstrom analysieren
Das Team untersucht einen realen Ablauf, beispielsweise Incident-Bearbeitung, Onboarding, Service Request Fulfilment oder Bereitstellung eines digitalen Produkts.
3
Verbesserungen verankern
Maßnahmen, Owner, Kennzahlen und Review-Termine werden festgelegt. Erkenntnisse fließen in Arbeitsweisen, Governance, Wissensmanagement und weitere Qualifizierung ein.
Rollenbasierter ITIL®-5-Lernpfad
Nicht jede Rolle benötigt dieselbe fachliche Tiefe. Die Foundation-Schulung schafft die gemeinsame Basis. Der Praxistransfer sollte anschließend an den tatsächlichen Verantwortlichkeiten ausgerichtet werden.
- Service Desk und Support: benötigen Grundlagen zu Wertschöpfung, Servicebeziehungen, Wertströmen, Zusammenarbeit, Experience und Continual Improvement. Im Transfer sollten Triage, Eskalation, Wissen und Erstlösung betrachtet werden.
- Service Manager und Process Owner: sollten das Value System, die vier Dimensionen, Practices, Governance und Value Stream Mapping vertiefen. Ziel ist die Steuerung messbarer Ende-zu-Ende-Ergebnisse.
- Produktverantwortliche: benötigen ein Verständnis des Product and Service Lifecycle, der Value Co-Creation und der Verbindung von Produktfähigkeiten, Services und Nutzerergebnissen.
- DevOps- und Agile-Teams: sollten ITIL® mit iterativer Entwicklung, Automatisierung, Feedback, Flow und gemeinsamer Betriebsverantwortung verbinden.
- IT-Führungskräfte: benötigen Grundlagen zu Governance, Wertorientierung, Risiken, Priorisierung, Organisationsfähigkeit und kontinuierlicher Verbesserung.
- Projektleitungen und Berater:innen: sollten Lebenszyklus, Stakeholder, Abhängigkeiten, Veränderungsfolgen und den Einsatz von ITIL® als anpassbares Framework verstehen.
- KI- und Governance-Verantwortliche: benötigen zusätzlich Orientierung zu AI Governance, dem AI Capability Model und der verantwortlichen Integration von KI in digitale Produkte, Services und Managementaktivitäten.
Grundlagenwissen in die Praxis übertragen
Für den Praxistransfer eignet sich ein überschaubarer, aber relevanter Wertstrom. Ein Supportteam kann beispielsweise untersuchen, warum Standardstörungen lange Bearbeitungszeiten verursachen und mehrfach zwischen verschiedenen Gruppen weitergegeben werden.
1. Wertstrom auswählen
Einen häufig genutzten Ablauf mit sichtbaren Wartezeiten, Eskalationen oder Qualitätsproblemen auswählen.
2. Ist-Zustand erfassen
Aktivitäten, Beteiligte, Übergaben, Wartezeiten, Systeme, Informationen, Risiken und Nutzererfahrungen dokumentieren.
3. Verbesserung gestalten
Engpässe reduzieren, Verantwortlichkeiten klären, Wissenszugriff verbessern und geeignete Automatisierungen identifizieren.
4. Wirkung messen
Bearbeitungszeit, Wartezeit, Nutzerzufriedenheit, Wiederholungsrate und Wertbeitrag vor und nach der Änderung vergleichen.
Wie lässt sich der Nutzen der Grundlagen-Weiterbildung messen?
Teilnahme und Zertifizierung belegen erworbenes Wissen. Für die Organisation ist jedoch entscheidend, ob sich Zusammenarbeit, Entscheidungen und Serviceergebnisse im Alltag verbessern.
| Messbereich | Mögliche Kennzahl | Erwartete Wirkung |
| Gemeinsame Sprache |
Zahl ungeklärter Begriffe und Verantwortlichkeiten |
Weniger Missverständnisse zwischen Support, Entwicklung, Produktmanagement und Betrieb |
| Wertstromleistung |
Durchlaufzeit und Wartezeit |
Schnellere Ergebnisse durch weniger Übergaben und Engpässe |
| Servicequalität |
Wiederholungsrate, Fehlerquote und Eskalationen |
Nachhaltigere Lösungen und stabilere Produkte und Services |
| Nutzererfahrung |
Zufriedenheit, Beschwerden und wahrgenommener Aufwand |
Stärkere Ausrichtung an tatsächlichen Nutzerergebnissen |
| Verbesserung |
Umgesetzte Verbesserungsmaßnahmen mit messbarem Ergebnis |
Continual Improvement wird vom Einzelprojekt zur wiederkehrenden Arbeitsweise |
| Wissenstransfer |
Intern moderierte Reviews und Verbesserungsworkshops |
Geringere Abhängigkeit von einzelnen Spezialist:innen |
| Governance |
Entscheidungen mit dokumentiertem Wert-, Risiko- und Kostenbezug |
Nachvollziehbarere Prioritäten und Investitionsentscheidungen |
Häufige Fehler beim ITIL®-5-Kompetenzaufbau
Falscher Kurs für das Vorwissen
Ein Bridge-Kurs überfordert Einsteiger:innen, weil er auf vorhandenem ITIL®-4-Wissen aufbaut und bekannte Grundlagen nicht vollständig wiederholt.
Nur Prüfungsvorbereitung
Reines Auswendiglernen kann zur Zertifizierung führen, verbessert aber nicht automatisch Wertströme, Entscheidungen oder Serviceergebnisse.
ITIL® als starre Prozessvorgabe
Das Framework sollte an Kontext, Reifegrad, Risiken und Ziele angepasst werden. Zusätzliche Bürokratie ist kein Qualitätsmerkmal.
Fehlender Praxistransfer
Ohne reale Fallstudie, Wertstromanalyse oder Verbesserungsinitiative bleibt das Wissen abstrakt und wird im Arbeitsalltag selten genutzt.
Nur das ITSM-Team qualifizieren
Wertschöpfung betrifft auch Produktmanagement, Entwicklung, Security, Lieferanten, Fachbereiche und Führungskräfte.
Erfolg nur am Zertifikat messen
Aussagekräftiger sind verbesserte Durchlaufzeiten, Nutzerergebnisse, Zusammenarbeit und nachhaltig umgesetzte Maßnahmen.
Best Practices für eine wirksame Grundlagen-Weiterbildung
- Den Kurs anhand von Vorwissen und Zertifikatsstand auswählen.
- Foundation und Bridge nicht als austauschbare Trainings behandeln.
- Verschiedene Rollen gemeinsam qualifizieren, wenn sie im selben Wertstrom zusammenarbeiten.
- Praxisbeispiele aus dem eigenen Produkt- oder Serviceumfeld vorbereiten.
- Nach dem Training einen Wertstrom oder Verbesserungsfall analysieren.
- Ergebnisse, Maßnahmen, Owner und Review-Termine dokumentieren.
- Nutzererfahrung, Wert, Kosten und Risiken gemeinsam betrachten.
- ITIL® mit DevOps, Agile, Produktmanagement und vorhandener Governance verbinden.
- KI-Unterstützung nicht nur technisch, sondern auch aus Sicht von Governance, Verantwortung und Qualität bewerten.
- Lernerfolg an veränderten Arbeitsweisen und messbaren Ergebnissen überprüfen.
Offene Schulung oder Firmenseminar?
Beide Formate eignen sich für den ITIL®-5-Grundlagenaufbau. Die passende Wahl hängt von Teilnehmerzahl, Rollenmix, Vorwissen und gewünschtem Organisationsbezug ab.
| Kriterium | Offene Schulung | Firmenseminar |
| Teilnehmende |
Einzelne Mitarbeitende oder kleine Gruppen |
Service-, Produkt-, Support- oder Führungsteam |
| Curriculum |
Standardisierte, akkreditierte Grundlagenvermittlung |
Akkreditierte Inhalte mit angepassten Beispielen und Transferaktivitäten |
| Erfahrungsaustausch |
Perspektiven aus verschiedenen Organisationen |
Gemeinsames Verständnis innerhalb des eigenen Unternehmens |
| Projektbezug |
Allgemeine Fallbeispiele und übertragbare Übungen |
Bezug auf eigene Wertströme, Rollen und Verbesserungsfelder |
| Besonders sinnvoll |
Individueller Kompetenzaufbau und Zertifizierung |
Organisationsweite Einführung oder gemeinsames Update von ITIL® 4 auf Version 5 |
Empfehlung für Unternehmen und Behörden
Beim organisationsweiten Einsatz von ITIL® (Version 5) sollte zunächst geprüft werden, welche Mitarbeitenden neue Foundation-Kenntnisse benötigen und welche bereits über ein gültiges ITIL®-4-Zertifikat verfügen. So lassen sich Foundation- und Bridge-Gruppen sinnvoll voneinander trennen.
Ein gemeinsames Zielbild ist dennoch wichtig. Service Desk, Produktmanagement, Entwicklung, Betrieb, Security und Führung sollten dieselben Grundbegriffe für Wert, Stakeholder, Lebenszyklus, Wertströme, Governance und Verbesserung verwenden.
Besonders wirksam ist eine Kombination aus akkreditierter Grundlagenweiterbildung und anschließendem organisationsspezifischem Workshop. Darin kann das Team einen realen Wertstrom analysieren, Verbesserungsmaßnahmen priorisieren und die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung festlegen.
Zusammenfassung
Für Mitarbeitende ohne aktuelles ITIL®-Grundlagenwissen ist die zweitägige ITIL® Foundation (Version 5) die passende Einstiegsweiterbildung. Sie vermittelt die zentralen Konzepte des digitalen Produkt- und Service-Managements, die vier Dimensionen, den Product and Service Lifecycle, das ITIL® Value System, Leitprinzipien, Value Stream Mapping und Continual Improvement.
Für Personen mit gültiger ITIL®-4-Zertifizierung ist die eintägige ITIL® Foundation (Version 5) Bridge der zeiteffizientere Lernweg. Sie konzentriert sich auf die Neuerungen, insbesondere den erweiterten Produkt- und Servicefokus, Experience Management, KI-Governance und den aktualisierten Lebenszyklus.
Den größten praktischen Nutzen erzielt eine Organisation, wenn sie die Grundlagenweiterbildung mit einem realen Wertstrom, messbaren Verbesserungszielen und einem rollenbasierten Transfer in den Arbeitsalltag verbindet.
Häufige Fragen
Welche Grundlagen-Weiterbildung ist für ITIL®-5-Einsteiger:innen geeignet?
Für Personen ohne gültige ITIL®-4-Zertifizierung ist die ITIL® Foundation (Version 5) geeignet. Sie vermittelt das vollständige Grundlagenmodell und setzt keine vorherige ITIL®-Zertifizierung voraus.
Für wen eignet sich die ITIL® Foundation Bridge?
Die Bridge richtet sich an Personen mit gültiger ITIL®-4-Zertifizierung. Sie aktualisiert vorhandenes Wissen kompakt, ohne sämtliche bekannten Grundlagen erneut zu behandeln.
Reicht die Foundation-Schulung für die praktische Einführung aus?
Sie schafft das notwendige gemeinsame Fundament. Für die praktische Einführung sollte das Wissen anschließend auf eigene Wertströme, Rollen, Produkte, Services, Kennzahlen und Verbesserungsinitiativen übertragen werden.
Welche Rollen profitieren von einer ITIL®-5-Grundlagenweiterbildung?
Besonders relevant ist sie für Service Desk, Support, Service Management, Process Owner, Produktverantwortliche, Projektleitungen, IT-Beratung, DevOps-Teams, Führungskräfte und Personen an Business-IT-Schnittstellen.
Autor
Florian Deinhard
Artikel erstellt: 05.08.2026
Artikel aktualisiert: 05.08.2026
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