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ERwin Datenmodellmanagement unterstützt Unternehmen und Behörden dabei, Datenstrukturen nachvollziehbar zu entwerfen, zu standardisieren und über ihren Lebenszyklus zu verwalten. Entscheidend ist jedoch nicht das Modellierungswerkzeug allein, sondern dessen Einbettung in Architektur, Governance, Datenbankentwicklung und kollaborative Prozesse.

Ausgangssituation & Zielbild

In gewachsenen IT-Landschaften existieren Datenmodelle häufig verteilt über Datenbanken, Dokumentationen und einzelne Entwicklungsprojekte. Änderungen sind schwer nachvollziehbar, Namenskonventionen unterscheiden sich und Abhängigkeiten zwischen Anwendungen, Data Warehouses und Schnittstellen bleiben verborgen.

ERwin Datenmodellmanagement bezeichnet hier die strukturierte Erstellung, Verwaltung, Abstimmung und Weiterentwicklung logischer und physischer Datenmodelle mit ERwin. Zielbild ist eine zentrale, nachvollziehbare Modellierungsbasis, aus der Datenbankstrukturen, Dokumentation und Governance-Regeln konsistent abgeleitet werden können.

Datenmodelle sollten als verwaltete Architekturartefakte behandelt werden – nicht als einmalig erstellte Projektdokumentation.

Anforderungen & Entscheidungskriterien für ERwin Datenmodellmanagement

Vor der Implementierung sollten Organisationen insbesondere Skalierbarkeit, Security, Datenschutz, Performance, Auditierbarkeit und Integration bewerten. Ebenso relevant sind bestehende Datenbanken, Modellierungsstandards, Rollenmodelle und das Know-how der beteiligten Teams.

Für Enterprise- und Behördenumgebungen sind zusätzlich klare Verantwortlichkeiten, Versionierung, Freigabeprozesse und eine Trennung von Entwicklungs-, Test- und Produktionskontext wichtig. Cloud, On-Premises und Hybrid-Betrieb müssen zur vorhandenen Infrastruktur und zu regulatorischen Vorgaben passen.

Mögliche Zielarchitektur

Eine typische Architektur verbindet Modellierung, Repository, Datenbankentwicklung und nachgelagerte Plattformen:

Fachliche Anforderungen
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Logisches Datenmodell
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ERwin Data Modeler ---> Modell-Repository / Model Manager
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Physisches Modell          Review / Governance
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        +----> DDL / Datenbankschema
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        +----> Data Warehouse / BI / Schnittstellen
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        +----> Dokumentation

Reverse Engineering kann bestehende Datenbanken in die Modellierungslandschaft aufnehmen. Forward Engineering ermöglicht dagegen die kontrollierte Ableitung von Datenbankschemata. Reviews und Modellvergleiche unterstützen die Abstimmung zwischen Architekt:innen, Entwickler:innen und Datenbankadministration.

Technologie-Stack & Alternativen

BereichTechnologieoptionAlternativeEntscheidungskriterium
Modellierung ERwin Data Modeler Enterprise Architect, PowerDesigner Modellierungstiefe, Standards
Kollaboration ERwin Model Manager Repository-/Git-basierte Prozesse Mehrbenutzerbetrieb, Governance
Datenbanken SQL Server, Oracle, PostgreSQL weitere relationale Plattformen Zielsystem, Performance
BI/DWH Star- und Galaxy-Schemata Data Vault, normalisierte Modelle Analysebedarf, Skalierung
Integration DDL, Metadaten, APIs individuelle Exportprozesse Automatisierung, Schnittstellen

Die Auswahl sollte nicht ausschließlich produktbezogen erfolgen. Entscheidend ist, wie gut Technologie-Stack, Betriebsmodell und Governance zum konkreten IT-Projekt passen.

Praxisbeispiel / Implementierungsidee

Ein Proof of Concept kann mit einer geschäftskritischen, aber überschaubaren Domäne beginnen, beispielsweise Kunden- und Vertragsdaten. Das Team importiert ein bestehendes Schema per Reverse Engineering, erstellt daraus ein bereinigtes logisches Modell und definiert verbindliche Namens- und Datentypstandards.

Anschließend werden Soll- und Ist-Modell verglichen. Änderungen durchlaufen einen Review und werden erst danach als DDL für eine Testdatenbank bereitgestellt. So lässt sich früh prüfen, ob Modellierung, Governance und Entwicklungsprozess praktisch zusammenspielen.

Nutzen und Herausforderungen

Der Nutzen liegt in konsistenteren Datenstrukturen, besserer Dokumentation, höherer Wiederverwendbarkeit und nachvollziehbaren Änderungen. Besonders bei vielen Datenbanken und Teams kann ein zentrales Modellmanagement Architekturentscheidungen transparenter machen.

Herausforderungen entstehen durch bestehende Inkonsistenzen, fehlende Standards und unklare Verantwortlichkeiten. Ein Werkzeug kann diese organisatorischen Probleme nicht automatisch lösen.

Best Practices

Modellierungsstandards sollten früh definiert und automatisierbare Prüfungen konsequent genutzt werden. Bewährt sind zudem klar benannte Model Owner, regelmäßige Reviews, getrennte logische und physische Modelle sowie dokumentierte Freigabeprozesse. Security, Datenschutz und Berechtigungskonzepte gehören ebenso zur Modell-Governance wie Backup, Monitoring und Weiterbildung der beteiligten Rollen.

ERwin Datenmodellmanagement kann Datenbankmodellierung, Governance und technische Implementierung wirkungsvoll verbinden. Die passende Architektur hängt jedoch von Datenlandschaft, Teamstruktur, regulatorischen Anforderungen und Betriebsmodell ab. www.IT-Schulungen.com unterstützt Organisationen mit Weiterbildung und individuell ausgerichteten Firmenseminaren dabei, das notwendige Modellierungs- und Architektur-Know-how aufzubauen.

Welche Schulungen helfen bei der Datenmodellierung mit ERwin?

Für die Datenmodellierung mit ERwin kommen unterschiedliche Schulungen infrage – abhängig davon, ob Sie Grundlagen und praktische Modellierung erlernen, unternehmensweite Modellierungsstandards etablieren, ERwin in einem Business-Intelligence- und Data-Warehouse-Projekt einsetzen oder Modelle teamübergreifend verwalten möchten. Eine sinnvolle Weiterbildung orientiert sich deshalb weniger an einem einzelnen Produktfeature als an Ihrer Rolle und dem konkreten Einsatzszenario.

Für den Einstieg und die praktische Arbeit mit Datenmodellen eignet sich insbesondere „ERwin® Data Modeler – Praktiken effektiver Datenmodellierung“. Wer bereits Erfahrung besitzt und Standards, Modellarchitekturen sowie komplexere Modellierungsprozesse aufbauen möchte, kann darauf mit „Praktiken der Modellarchitektur und Standards“ aufbauen. Für BI- und Data-Warehouse-Szenarien sowie für kollaboratives Model Management stehen zwei weitere spezialisierte Trainings zur Verfügung.

1. ERwin® Data Modeler – Praktiken effektiver Datenmodellierung

4 Tage Einstieg & Praxis Logische & physische Modelle

Dieses Seminar ist besonders geeignet, wenn Sie ERwin Data Modeler praktisch einsetzen und einen strukturierten Einstieg in die professionelle Datenmodellierung suchen. Vermittelt werden sowohl logische als auch physische Datenmodelle. Hinzu kommen wichtige Funktionen für die Arbeit mit bestehenden Datenbanken und die Überführung von Modellen in technische Datenbankschemata.

Typische Lerninhalte:
  • Reverse Engineering bestehender Datenbanken
  • Aufbau logischer und physischer Datenmodelle
  • Validierung, Präsentation und Verfeinerung von Modellen
  • Einsatz von Transforms
  • Generierung von DDL-Skripten und Datenbankschemata
  • Wiederverwendbare Modellierungselemente und Domains

Geeignet für: insbesondere Datenbankadministratoren sowie technische Rollen, die Datenmodelle entwickeln oder bestehende Datenbanken strukturell analysieren müssen. Ein Grundverständnis der Datenmodellierung sollte vorhanden sein.

Empfehlung: Dieser Kurs ist der sinnvollste Ausgangspunkt, wenn Sie ERwin systematisch erlernen und Datenmodelle anschließend selbstständig erstellen und in Datenbankprojekte überführen möchten.

2. ERwin® Data Modeler – Praktiken der Modellarchitektur und Standards

3 Tage Fortgeschritten Architektur & Standards

Dieses Seminar baut auf vorhandenen ERwin-Kenntnissen auf und richtet den Blick stärker auf unternehmensweite Modellarchitekturen, Standards und Governance. Es ist damit besonders interessant, wenn nicht mehr nur einzelne Datenmodelle erstellt werden sollen, sondern ein konsistenter Modellierungsansatz für mehrere Projekte, Datenbanken oder Teams erforderlich ist.

Schwerpunkte:
  • Design-Layer-Architekturen
  • Namens- und Datentypstandards
  • Vergleich und Synchronisation von Datenmodellen
  • ERwin Data Modeler Makrosprache
  • Reporting
  • fortgeschrittene Modellierungs- und Automatisierungsfunktionen

Geeignet für: Administratoren und Architekt:innen mit bereits gefestigten Kenntnissen in der Modellierung mit ERwin Data Modeler.

Besonders relevant für Enterprise-Umgebungen: Wenn mehrere Teams gemeinsame Namenskonventionen, Datentypen und Modellierungsregeln verwenden sollen, ist dieser Kurs die passende Vertiefung nach der grundlegenden ERwin-Schulung.

3. Datenmodellierung mit ERwin im Business Intelligence Projekt

2 Tage Business Intelligence Data Warehouse

Für Data-Warehouse- und Business-Intelligence-Projekte gelten andere Modellierungsanforderungen als für klassische transaktionale Datenbanken. Genau hier setzt dieses Seminar an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ERwin für analytische Datenmodelle und mehrschichtige BI-Architekturen eingesetzt werden kann.

Behandelt werden unter anderem:
  • Star-Schema und Galaxy-Schema
  • BUS-Matrix-Design
  • Spezifikation und Dokumentation in BI-Projekten
  • Metadatenaustausch mit ETL- und Reporting-Werkzeugen
  • Performance-Tuning von Data-Warehouse-Datenmodellen
  • Repository und Subject Areas
  • Organisation mehrschichtiger BI-Architekturen

Geeignet für: Datenmodellierer:innen, Business Analysten, ETL-Entwickler:innen und Projektleiter:innen. Grundkenntnisse der multidimensionalen Modellierung und von Data-Warehouse-Konzepten sind sinnvoll.

Empfehlung: Wählen Sie dieses Training, wenn Ihre ERwin-Modelle primär für Reporting-, Analytics-, Data-Warehouse- oder BI-Lösungen entwickelt werden.

4. ERwin® Model Manager – Kollaboratives Model Management in einer sicheren Umgebung

2 Tage Kollaboration Model Management

Sobald mehrere Architekt:innen, Datenmodellierer:innen oder Teams mit denselben Modellen arbeiten, reicht die reine Modellierungskompetenz häufig nicht mehr aus. Dann werden Repository-Strukturen, gemeinsames Modellmanagement, Versionierung und kontrollierte Zusammenarbeit relevant.

Wichtige Themen:
  • Architektur des ERwin Model Managers
  • Speichern und Zusammenführen von Modellen
  • Aktualisieren und Bewerten von Modellen
  • kollaborative Arbeit in einer kontrollierten Umgebung
  • praktische Vorgehensweisen für das zentrale Model Management

Geeignet für: Administratoren und Architekt:innen, die bereits fundierte Kenntnisse der Datenmodellierung und Modellarchitektur besitzen.

Besonders sinnvoll: Dieses Training wird relevant, sobald aus der individuellen Datenmodellierung ein team- oder unternehmensweiter Prozess mit gemeinsamen Modellen und Governance-Anforderungen wird.

Welche ERwin-Schulung passt zu welchem Ziel?

ZielEmpfohlene SchulungDauerNiveau
ERwin praktisch erlernen und Datenmodelle erstellen Praktiken effektiver Datenmodellierung 4 Tage Grundlagen bis Praxis
Unternehmensweite Standards und Modellarchitektur etablieren Praktiken der Modellarchitektur und Standards 3 Tage Fortgeschritten
Data Warehouse und BI modellieren Datenmodellierung mit ERwin im BI-Projekt 2 Tage Spezialisierung
Modelle zentral und teamübergreifend verwalten ERwin Model Manager 2 Tage Fortgeschritten / Betrieb

Sinnvolle Lernpfade für unterschiedliche Rollen

01

Datenmodellierer & DBAs

Start mit Praktiken effektiver Datenmodellierung. Bei wachsender Verantwortung anschließend Vertiefung in Modellarchitektur und Standards.

02

BI- & Data-Warehouse-Teams

ERwin-Grundlagen nach Bedarf aufbauen und anschließend mit Datenmodellierung mit ERwin im Business Intelligence Projekt die analytische Modellierung vertiefen.

03

Architekt:innen & Modellverantwortliche

Schwerpunkt auf Modellarchitektur und Standards; bei zentraler, teamübergreifender Modellverwaltung zusätzlich ERwin Model Manager.

Empfehlung für Unternehmen und Behörden

Wenn ERwin nicht nur von Einzelpersonen, sondern im Rahmen einer gemeinsamen Datenarchitektur eingesetzt werden soll, empfiehlt sich ein abgestufter Kompetenzaufbau: zunächst sichere Modellierungspraxis, anschließend verbindliche Architektur- und Modellierungsstandards und schließlich – sofern mehrere Teams zusammenarbeiten – ein kontrolliertes Model Management.

Bei Firmenseminaren können die Inhalte gezielt auf vorhandene Datenmodelle, Datenbankplattformen, Namenskonventionen, Governance-Vorgaben und konkrete Projektanforderungen abgestimmt werden. Dadurch lässt sich Weiterbildung unmittelbar mit einem laufenden Datenbank-, Data-Warehouse- oder Datenarchitekturprojekt verbinden.

Fazit

Welche Schulung bei der Datenmodellierung mit ERwin am besten hilft, hängt vom jeweiligen Einsatzszenario ab. Für den praktischen Einstieg ist „ERwin® Data Modeler – Praktiken effektiver Datenmodellierung“ die zentrale Grundlage. Fortgeschrittene Architekt:innen profitieren von der Schulung zu Modellarchitektur und Standards. Für analytische Plattformen bietet sich die spezialisierte BI- und Data-Warehouse-Schulung an, während ERwin Model Manager den Schwerpunkt auf kollaborative und zentral verwaltete Modellierungsumgebungen legt.

Entscheidungsregel: Wählen Sie die Schulung nicht allein nach dem verwendeten ERwin-Produkt, sondern nach dem nächsten praktischen Ziel: Modelle erstellen, Standards etablieren, BI-Strukturen entwerfen oder Modelle kollaborativ verwalten.
Autor: Florian Deinhard Autor

LinkedIn Profil von: Florian Deinhard Florian Deinhard

Artikel erstellt: 18.08.2026
Artikel aktualisiert: 24.08.2026

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