
Windows Vista (Vista steht für Durchblick, Sicht, Perspektive) heißt der offizielle Nachfolger des Microsoft-Betriebssystems Windows XP. Häufig begegnet es auch unter der Bezeichnung Longhorn, da das Betriebssystem mit der Versionsnummer NT 6.0 bei Microsoft unter diesem Namen entwickelt wurde.
Das laut Microsoft zunächst für Ende 2006 angesetzte Veröffentlichungsdatum, musste aufgrund technischer sowie logistischer Engpässe mehrmals verschoben werden. Für Firmenkunden war eine Vorgängerversion allerdings bereits ab November 2006 zu erlangen. In Deutschland und der Schweiz konnte der Vertrieb so erst am 30. Januar 2007 beginnen. Bemerkenswert erscheint dabei, dass die Entwicklung an der Version für Firmenkunden bereits am 8. November abgeschlossen war, während diese bei der Version für private Nutzer bis zur Veröffentlichung anhielt.
Die Entwicklungsgeschichte von Windows Vista beginnt im Mai 2001 und überspannt die nächsten fünfeinhalb Jahre bis zu seiner Veröffentlichung im November 2006. Die Idee zu Windows Vista bestand also bereits bevor Windows XP auf dem Markt Platz fand. Der Plan der Entwickler lautete, die neue Version Ende 2003 als Zwischenschritt zwischen Windows XP und „Blackbomb“ herauszubringen. Der Entwicklungsname „Longhorn“ von Vista enthält noch einen subtilen Hinweis auf dieses Vorhaben. Whistler und Blackcomb sind Namen berühmter Ski-Ressorts in British Columbia, während der Name einer Bar auf dem Weg zwischen diesen beiden Longhorn lautet. In der Folge kam es dazum, dass zahlreiche Funktionen, die zunächst für Blackcomb entwickelt wurden, bereits in Longhorn implementiert wurden – was zur mehrmaligen Verschiebung des Veröffentlichungsdatums führte. Einige wichtige, angekündigte Neuerungen, wie die assoziative Dateiverwaltung WinFS und NGSCB wurden verworfen, um das Veröffentlichtungsdatum bzw. den zeitlichen Rahmen nicht vollkommen zu sprengen.
Mitte 2005 entschied man sich dazu, das Projekt Longhorn in Windows Vista umzubenennen und damit wurde ein Testlauf mit einer Beta-Version und Hunderten Freiwilligen und Firmen gestartet.
Zwischen September 2005 und Oktober 2006 veröffentlichte Microsoft monatlich erscheinende „Community Technical Previews“ für MSDN-Abonnenten (Microsoft Developer Network) sowie einige Betatester, durch die der Öffentlichkeit zwei mögliche Versionen von Windows Vista zugänglich gemacht wurden. Der Abschluss des großen Projekts mit der Versionsnummer 6000 wurde durch den Co-Präsidenten von Microsoft, Jim Allchin, am 8. November 2006 zur Freude aller Beteiligten bekanntgegeben.
Die vermutlich auffälligste Neuerung bei Vista ist das Design der Fenster. Die Komponente die dafür verantwortlich ist heißt Aero. Aero ist die Abkürzung für Authentic, Energetic, Reflective and Open. Dies beschreibt die Darstellung der neuen Benutzeroberfläche, in der die Anwendungsfenster von einem halbtransparenten Rahmen umgeben sind, der auch Schatten wirft. Dabei kommen zusätzlich aufwendige, flüssige Animationen bspw. beim minimieren, schließen und öffnen der Fenster zum Vorschein. Ein weiteres Feature ist die freie Skalierbarkeit der Fenster, die daneben, mit Hilfe von „Windows Flip 3D“, einer zusätzlichen Komponente von Aero, beim schnellen Wechsel zwischen allen geöffneten Programmen angezeigt werden können. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Grafikkarte, sowie die Treiber für diese hardwarebeschleunigte Anwendung leistungssark genug sind. Windows Aero lässt sich in zwei Versionen unterteilen. Aero Basic, welches aber nur Designänderungen gegenüber Windows XP bietet und in Aero Glass, welches die oben genannten Neuerungen enthält.
Ein weiterer Punkt sind die verbesserten Suchmöglichkeiten: Die Vista-Suche basiert auf einer erweiterten und verbesserten Version des Indizierungs-Dienstes für die Windows-XP-Suche. Während bei Windows XP mehrere Minuten bis zur Anzeige von Suchergebnissen vergehen konnten, ist die Verzögrerun bei Vista nur sehr gering. Durch das Hinzufügen mehrerer Filter, bietet Vista die Möglichkeit, die Suche zunehmend zu verfeinern. Die Suchschaltfläche ist bei Vista in das Startmenü integriert, wobei dies erlaubt, Anwendungen schneller zu starten, und zusätzlich die Suche nach E-Mails und Dokumenten erleichtert.
Die verbesserte Rechte- und Benutzerkonten-Verwaltung, deren Ziel es war, das Arbeiten ohne Administratorrechte zu erleichtern, um die Sicherheit zu erhöhen, dient der Benutzerkontenkontrolle. Dies bedeutet, dass der Nutzer mit einem mit einem eingeschränkten Benutzerkonto arbeitet und lediglich für Administrationsaufgaben nach Eingabe des Passworts vorübergehend höhere Rechte erhalten kann. Die neuen Jugendschutzeinstellungen, dienen ebenfalls der Erhöhung der Sicherheitsstandards. So bietet Vista Eltern und Arbeitgebern die Möglichkeit, Beschränkungen für die Zeit, die Dauer sowie die Wahl der zu verwendenden Programme für ihre Kinder bzw. ihre Angestellten festzulegen.
Microsoft integrierte außerdem das DRM (Digitales Rechtemanagement) in das neue Betriebssystem. Es soll die Abspiel- und Kopierbegrenzung von Musik und Videos verstärken und stellt somit ein Verfahren zur Kontrolle der Verbreitung von digitalen Medien dar.
Durch ein weiteres integriertes Programm namens WGA (Windows Genuine Advantage) soll der Schutz vor nicht-legaler bzw. nicht signierter Software, wie Viren und Hacker-Tools, sowie Freeware erhöht werden. Um genau zu sein, ist WGA ein Programm zur Überprüfung der Gültigkeit von Softwarelizenzen von Microsoft, wobei es sich nahezu unbemerkt auf dem Rechner installiert. Es sammelt Daten über die Hard- und Softwareumgebung des PCs und schickt diese in verschlüsselter Form per Internet an Microsoft, wo geprüft wird, ob die einzelnen Lizenznummern weltweit nur für ein System verwendet werden. Dabei werden ungültige oder mehrfach verwendetet Linzenznummern von Microsoft als Raubkopien angesehen und können dazu führen, dass Fehlermeldungen erscheinen und der Nutzer von Support und Updates ausgeschlossen wird.
Durch neue Minianwendungen wird auch an tristen Tagen für Abwechslung auf dem Desktop gesorgt. Dazu gehören kleine Hilfsapplikationen, die je nach Belieben auf dem Desktop oder in einer Sidebar eingebunden werden können und z.B. Informationen über das Wetter oder aktuelle Nachrichtenmeldungen anzeigen. Daneben bietet Vista ein neues E-Mail Programm mit dem Namen „Microsoft Windows Mail“ sowie eine neue Version 7.0 des Microsoft-Browsers, der in „Windows Internet Explorer“ umbenannt wurde und einige Neuerungen bietet.
Windows Vista enthält außerdem einigen neue Anwendungen, zu denen die allseits beliebten Spiele, Windows Backup, Windows Kalender, Windows Teamarbeit und Windows Defender gehören, wobei letzterer den Schutz vor Malware gewährleistet Eine wichtige Neuerung auf Hardwareebene ist, die der deutlisch beschleunigte Bootvorgang bei Hybrid-Festplatten deren Flash-Speicher nicht-flüchtig ist.
Ferner wurde ein neuartiges Installationsprogramm integriert, welches durch die Nutzung einer Image-Technik die Installation von Windows-Vista und anderen Programmen in sehr viel kürzerer Zeit erlaubt.
Vista unterstützt Bilder in dem bei handelsüblichen Digitalkameras weit verbreiteten Format RAW und bietet die Möglichkeit Videoprojektoren über ein Netzwerk zu deren Darstellung zu nutzen. Doch auch ein verbesserter Präsentationsmodus ist vorhanden.
Eine bedeutende Neuerung ist die Spracherkennung, die es dem Nutzer gestattet, Programme nur durch seine Stimme zu öffnen, zu schließen und zu verwalten. Auch bei einem für viele Nutzer nervenraubenden Problem, nicht reagierenden Programmen und Anwendungen, wurde etwas getan. Diese können nun im Problemfall schneller beendet werden, wobei dies wie nahe liegt viel Nerven und Zeit spart.